In der Gothic 57 bin ich auf ein äußerst interessantes Interview mit Alexander Kaschte (Samsas Traum) gestoßen.
Das Interview beschäftigt unter anderem mit dem für August angekündigten Album Heiliges Herz, welches als “harscher Black-Metal-Bastard” angekündigt wird. Zwar wolle Herr Kaschte eine Brücke schlagen zu bisherigen Auftritten, jedoch wisse er noch nicht, ob das funktioniert und es sei ihm auch egal, da ihn der Großteil seines Publikums, so O-Ton, ankotze. Hier tut sich auch der erste Widerspruch auf, da er zwar erfolgreich ist und es bleiben möchte, aber doch bitte nicht mit den “Kindern”, die er “anschreien” müsse. Diese würden ihn nicht verstehen und sich unglaublich alternativ vorkommen. So seien nur 10% seines Publikums wirklich das, was er haben wolle und er wolle in Zukunft sein Publikum noch mehr selektieren.
Nun kann man ja meinen, dieses Vorhaben beiße sich damit, superedle Re-Releases auf den Markt zu werfen, um auch und vor allem den anderen 90% das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Und wenn man dann gleichzeitig noch behauptet, das neue Album werde wieder so metaphorisch, dass es sowieso keiner versteht, dann sollte man sich nicht unverstanden fühlen, Herr Kaschte. Außerdem sollte man nie vergessen, dass man immer die Leute anzieht, für die man Musik macht - oder zumindest zu machen scheint.
Vielleicht ist A. Kaschte eben doch nur ein weiterer halbphilosophischer, pseudokafkaesker, möchtegernelitärer Black Metaller. Wobei natürlich nicht alle halbphilosophischen, pseudokafkaesken, möchtegernelitären Black Metaller scheiße sind, aber dieser halbphilosophische, pseudokafkaeske, möchtegernelitäre Black Metaller ist einfach nicht ernst zu nehmen.
Aber Herr Kaschte, Sie müssen sich keine Sorgen machen: Ihre Alben werden wir behalten. Wenn wir Ihnen als Konzertpublikum nicht gut genug sein mögen, unser Geld ist Ihnen, so scheints, gut genug. Wie sonst soll denn auch die lauschige Hütte in Nordirland bezahlt werden?
Und auch wenn Sie das stört: Ich werde weiterhin Ihre Musik hören; auch, wenn ich Sie persönlich nicht mehr ernst nehmen kann. Und das nicht erst, seit Fleisch Mord ist.
In diesem Sinne