Das ganze ist eine lange Geschichte, die schon vor vielen Jahren beginnt, als doodlez, der in einem christlich-konservativen Haushalt aufwuchs, mit der Idee konfrontiert wurde, bei der Gründung eines Gemeindeverbandes der Jungen Union mitzuwirken. Die Idee fand er nicht unbedingt schlecht, allerdings war es ihm zuwider, sich politisch festlegen zu müssen, da er glaubte, das Parteibuch nur im Austausch gegen seine freie Meinung zu bekommen. Außerdem war seine Mutter ohnehin dagegen, wie sie schon über 30 Jahre zuvor dagegen gewesen war, dass doodlez Vater den Ortsverband der Christdemokraten mitbegründete. doodlez Urgroßvater war damals (man darf es wahrscheinlich wörtlich nehmen) im Dreieck gesprungen. Hatte man etwa als Kommunist das Dritte Reich überlebt, nur damit die eigene Brut in die CDU eintritt?!
Wie dem auch sei, die nächsten Jahre verbrachte doodlez in dem Bewusstsein, über der gemeinen Parteipolitik zu stehen und bestenfalls unpolitisch mit leicht konservativem Einschlag zu sein. Dass gleichzeitig die Stimmung gegen die “Sozialistenbande”, die im eigenen Haus herrschte, deutlich anschlug, zeigte sich höchstens in latenter Veralberung von allem, das sich links der Mitte abspielte und erst recht der Leute, die auch noch Mitglied der SPD waren. Dazu kam noch, dass der erste Bundeskanzler, den doodlez wirklich wahrnahm, niemand geringeres als Gerhard Schröder war, der nun nicht wirklich als Musterbeispiel der Sozialdemokratie gelten sollte - nicht zuletzt wegen seinem weniger glorreichen Abgang als leicht beschickerter Randale-Gerd in der sog. Elefantenrunde.
Eine erste Regung im gemütlichen Kokon der Teilnahmslosigkeit ereignete sich, als 1999 ein gewisser Roland Koch mit einer Kampagne gegen den sog. Doppelpass die Landtagswahl in Hessen gewann; mit einer Politik also, die, wie sich herausstellen sollte, typisch für die Wahlkämpfe der hessischen CDU werden sollte. In den nächsten Jahren sollten mehrere Dinge doodlez politische Meinungsbildung beeinflussen: Zum einen, schon während seiner Schulzeit, die in seinen Augen völlig verkorkste Politik der CDU (und streckenweise der FDP)*. Zum anderen musste doodlez zu seiner eigenen Überraschung feststellen, dass er in den meisten Dingen weiter links stand, als er das selbst eingeschätzt hätte.
Die entscheidende Wendung ergab sich im Verlauf des Wahlkampfs vor der Landtagswahl in Hessen 2008. Nachdem er seit dem Wintersemster 500€ Studiengebühren für sein Studium bezahlen soll, zuzüglich der 230€, die es ohnehin schon jedes Semester gekostet hat, was von der Regierung aber geschickt (und wirkungsvoll, wie doodlez eigene Familie beweist) verschwiegen wurde, kam noch der ausgesprochen dreiste Wahlkampf der CDU und ihrer Bettgenossen von der FDP hinzu. Sogar doodlez Mutter sollte bei dieser Wahl nicht für Roland Koch stimmen (Zitat: “So ein Arschloch!”), was auch beweist, dass der hohe Stimmenverlust wohl doch hausgemacht sein dürfte.
So kam es, dass sich doodlez im Januar entschloss, in die SPD einzutreten. Die Ansicht, dass eine Parteimitgliedschaft die eigene Meinung ausschließe, hatte er schon längst über Bord geworfen aber nun war die Regierung nach all den Schoten den letzten Schritt gegangen, der doodlez zum Handeln zwang. Und da er der Ansicht war (und noch immer ist) dass er als überzeugter Sozialdemokrat (als den er sich mittlerweile entlarven konnte) in der entsprechenden Partei am besten aufgehoben sei, um etwas zu verändern, füllte er auf der nächsten Sitzung seines Ortsverbandes die Beitrittserklärung aus und blickt einer hoffentlich aktiven Mitgliedschaft entgegen.
Und so muss nur noch das Parteibuch seinen Weg zu doodlez finden. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden.
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* Eine komplette Liste all der Dinge, die doodlez in all den Jahren an dieser Politik störten und immer noch stören, würde den Rahmen sprengen. Selbiges gilt für die Liste all der Gründe, warum doodlez sich als Sozialdemokraten empfindet.
Gratulation! Wie lebt es sich eigentlich so als Sozialdemokrat mit einem Vater in der CDU? Da ist doch sicher Streit vorprogrammiert, oder?
Das wären wohl die selben leidigen Auseinandersetzungen, die es auch vorher schon waren. Wir waren ja früher schon des öfteren verschiedener Meinung, was Politik angeht. Die werden halt irgendwann müßig, wenn er sie immer mit “die anderen sind ja auch nicht viel besser” beendet. Dass ich jetzt zusätzlich noch in die SPD eingetreten bin, hab ich ihm noch nicht erzählt. Weiß auch nicht, ob er das unbedingt wissen muss
Stimmt auch wieder. Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß.

Es freut mich auf jeden Fall, dass wir hin und wieder auch Neueintritte haben. Auf der letzten Unterbezirkskonferenz wurde uns verkündet, dass besonders nach der Hessen-Wahl viele junge Leute in die SPD eingetreten sind. Dann ist also noch nicht alles verloren …